Comunicato stampa | 12.07.2017

Newsletter der Fachstelle Palliative Care Juni 2017

Am 1. Januar 2017 hat die Fachverantwortliche für Palliative Care der Schweizer Bischofskonferenz ihre Arbeit aufgenommen. Die ersten Monate waren geprägt von Besuchen und Kontaktaufnahmen mit Personen und Gremien, welche sich mit Palliative Care beschäftigen.

Im Mai hat sich das Fachgremium Palliative Care konstituiert. Folgende Personen wurden von der Bischofskonferenz als Mitglieder bestätigt: Wolfgang Bürgstein, Justitia et Pax; Tatjana Disteli, Dienststellenleiterin der Spitalseelsorger/-innen im Kanton Zürich; Annette Mayer, CHUV; Lisa Palm, Palliative ch; Simon Peng-Keller, Universität Zürich, Doris Rey-Meyer, Bioethikkommission; Johannes Utters, CPT; Andreas Zimmermann, Vereinigung kath.SpitalseelsorgerInnen. Das Gremium steht unter der Leitung von Weihbischof Marian Eleganti.

In folgenden Bereichen sehen wir Ressourcen, die die Katholische Kirche in die Schweizer Palliative Care einbringen kann:

 

1. Kirchliches Engagement im Bereich Palliative Care

Die ersten Besuche in verschiedenen Sprachregionen und Kantonen haben gezeigt, dass der Föderalismus auch im Bereich Palliative Care eine Rolle spielt. Je nach Verhältnis von Kirche und Staat stellen sich ganz andere Fragen und Herausforderungen.

Um die Anliegen von Palliative Care vermehrt auch in kirchlichen Kontexten zu verankern, braucht es eine weitere Sensibilisierung. Es ist zu überlegen, welche Rolle die Pfarreien bei einer solchen Sensiblisierung spielen könnten, zum Beispiel in der Erwachsenenbildung oder der Seniorenarbeit.

Palliative Care hat aber auch etwas zu tun mit einem grundsätzlichen ethisch-gesellschaftlichen Diskurs über Werte. Zudem ist es wichtig eine ganzheitliche Seelsorge im Gesundheitswesen im Auge zu behalten. Diese soll auch eine gute Vernetzung von Bistümern und Kantonen gewähren und den regionalen Unterschieden Rechnung tragen.

 

2. Seelsorge als spezialisierte Form von Spiritual Care im Kontext von Palliative Care

Unter dem Wort „Spiritual Care“ wird gegenwärtig sehr Unterschiedliches verstanden, was in der Diskussion zu vielen Missverständnissen führt. Faktisch gibt es eine Pluralität von Formen, Modellen und Ansätzen von Spiritual Care, so dass es für eine differenzierte Wahrnehmung und Diskussion wichtig ist, zunächst zu klären, welche Modelle und Ansätze jeweils zur Diskussion stehen. Je nachdem stellen sich andere Fragen für eine kirchlich beauftragte Seelsorge. Mit Blick auf die in Palliative Care tätigen Professionen lässt sich unterscheiden zwischen Formen von Spiritual Care, die einen Teilaspekt von gesundheitsberuflichen Tätigkeiten darstellen (z.B. von Pflegehandlungen oder Arzt-Patienten-Kontakten), und einer spezialisierten Spiritual Care, wie sie von Seelsorgenden wahrgenommen wird. Für die Seelsorge stellen sich im Zusammenhang von Palliative Care unterschiedliche Herausforderungen, die je für sich diskutiert werden müssen.

Immer mehr wird die Interprofessionalität im Bereich der Palliative Care zur Selbstverständlichkeit. Was in einigen Kantonen kein Problem ist, ist allerdings in anderen Gebieten noch schwer vorstellbar. Es geht hier um Fragen des Seelsorgegeheimnisses, der eigenen Identität und des Menschenbildes.

 

3. Freiwillige im Bereich Palliative Care/ Spiritual Care

Freiwillige  sind eine wichtige Ressource im Bereich Begleitung und Betreuung von Kranken und Sterbenden Menschen. In den meisten Kantonen bieten verschiedene Stellen Aus- und Weiterbildung in Sterbebegleitung an (Caritas, WABE, BILL St.Gallen, Kloster Ilanz, etc.). Einige Organisationen bilden die Frauen und Männer, welche in der Begleitung von Kranken und Sterbenden eingesetzt werden, selber aus, andere Organisationen bieten lediglich den Kurs an, für einen Einsatz sind wieder andere Organisationen zuständig.

 

 

Zürich, im Juni 2017

Jeanine Kosch, Fachverantwortliche Palliative Care der Schweizer Bischofskonferenz