21.11.2016

SPI - Medienmitteilung vom 14 . November 2016


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16.01.2011

Discorso dell´on. Micheline Calmy-Rey, Presidentessa della Confederazione

In occasione dell´ordinazione episcopale di mons. Felix Gmür, Olten, 16.01.2011

Excellence, Monseigneur Felix Gmür,

Eminence, Cardinal Kurt Koch,

Excellence, Monseigneur le Nonce apostolique Francesco Canalini,

Excellence, Monseigneur l’Archevêque Robert Zollitsch,

Excellence, Monseigneur Norbert Brunner,

Excellences,

Révérends prêtres et religieux,

Mesdames et Messieurs,

C’est un honneur pour moi en tant que Présidente de la Confédération de vous
apporter à tous les salutations du Conseil fédéral, en cette journée marquante
pour l’Eglise catholique suisse en général, et pour le diocèse de Bâle tout
particulièrement.

Die Weihe eines Bischofs ist ein wichtiges Ereignis für die religiöse
Gemeinschaft von zehn Schweizer Kantonen. Der Bundesrat ist sich bewusst,
dass die Kirchen in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen. Das
christliche Erbe ist bei uns lebendig und gegenwärtig. Eine der Aufgaben der
Kirche – und der Religion ganz allgemein – besteht auch darin, an der
ethischen und moralischen Bewusstseinsbildung der heutigen Gesellschaften
mitzuwirken. Sie tut es, indem sie unantastbare Grundsätze wie die Achtung
der menschlichen Würde verteidigt und den Benachteiligten eine Stimme
verleiht. Dies gilt nicht nur in unserem Land sondern auch im Rahmen einer
gelebten internationalen Solidarität mit den ärmsten Bevölkerungsgruppen
dieser Welt.

Wir leben heute in einer globalisierten Welt. Längst steht nicht mehr nur eine
Kirche im Dorf. Vielfältig sind die religiösen Referenzen und Werte, die sich
auch auf die Politik auswirken. Wir sind aufgefordert, offen und angemessen
mit dieser neuen Situation umzugehen. Die Religionsgemeinschaft und die
Kirche haben die Aufgabe, an der Gestaltung und Umsetzung neuer Formen
des Zusammenlebens mitzuwirken. Ihr Bistum bewies bereits in der
Vergangenheit bei verschiedenen Gelegenheiten, dass es auf Offenheit und
Dialog in den eigenen Reihen und mit der gesamten Bevölkerung setzt.
Es gibt aber noch andere, grössere Herausforderungen, die wir gemeinsam zu
bewältigen haben, Sie als Vertreterinnen und Vertreter der kirchlichen
Gemeinschaften und wir als Mitglieder der politischen Behörden.

Paradoxerweise ist die Welt mit der Globalisierung kleiner und komplexer
geworden. Auf der einen Seite eröffnen sich uns viele
Entwicklungsmöglichkeiten, auf der anderen Seite lauern aber auch
existentielle Gefahren: z.B. extreme Armut und der damit verbundene
Migrationsdruck. Wir müssen die Ängste, die mit der Globalisierung
einhergehen, ernst nehmen, und uns gemeinsam für überzeugende Lösungen
einsetzen.

Wir stellen heute weltweit sowohl im religiösen als auch im politischen Bereich
eine Verstärkung der fundamentalistischen Strömungen fest. Angesichts
dieser Herausforderungen müssen wir, Kirche und Politik, gestützt auf unsere
jeweilige Rolle, offen sein für die Anliegen der Bevölkerung und den Austausch
mit ihr fördern. Die Schweizerinnen und Schweizer sind gegen Exzesse,
Provokationen und den Ausschluss Andersdenkender. Wir wollen eine
Gesellschaft gestalten, die in der Vielfalt ihren Reichtum erkennt, die offen ist
und deren Mitglieder respektvoll miteinander umgehen. Und so wie wir uns
darum bemühen, erwarten wir auch, dass andere Länder und Gesellschaften
das Gleiche tun und die Rechte ihrer religiösen Minderheiten, namentlich die
Christen im Nahen und Mittleren Osten, achten und respektieren. Wir verfolgen
die jüngsten Anschläge mit grosser Sorge und verurteilen solche Akte aufs
schärfste.

Aufgrund dieser gemeinsamen Herausforderungen müssen wir, die
Vertreterinnen und Vertreter von Kirche und Politik, im Gespräch bleiben und
uns im Rahmen unseres jeweiligen Auftrags gemeinsam für das Wohl unseres
Landes einsetzen.

Im Namen des Bundesrates überbringe ich Ihnen, Herr Bischof, meine besten
Wünsche für das neue Amt. Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfüllung in
Ihrer neuen Aufgabe. Ich bin sicher, dass Sie durch Zuhören und durch
Gespräche Ihre Gemeinschaft bewegen können, an der Gestaltung und
Stärkung einer offenen und pluralistischen Schweiz mitzuwirken, an einer
Gesellschaft, die sich an den Worten des Heiligen Paulus orientiert, wonach
jeder Körperteil seine Funktion hat und unerlässlich für den gesamten Körper
ist. Ich habe mir sagen lassen, dass Sie ein begnadeter Jasser sind. In Ihrem
Werdegang müssen Sie ja fast unweigerlich sowohl mit französischen als auch
mit deutschen Karten erfolgreich zurecht gekommen sein. Ich will nicht
spekulieren, ob diese Kompetenz auch eine Rolle für Ihre Ernennung gespielt
hat, aber schaden kann es sicher nicht. Mögen darüber hinaus auch Weisheit
und Inspiration Sie in Ihrer neuen Aufgabe begleiten.

Micheline Calmy-Rey